Hurra, der erste Zahn ist da – Baby-Zahnbürsten im Überblick

Baby Zahnbürste

Meistens ist es ein Schneidezahn – der erste Zahn eines Babys. Er durchbricht ungefähr im Alter von sechs Monaten das Zahnfleisch und hat bis dahin schon für einige unruhige Stunden bei Kind und Eltern gesorgt. Nun ist der Zeitpunkt gekommen mit einer konsequenten Zahn- und Mundhygiene zu beginnen. Aber was genau gilt es zu beachten und welche Baby-Zahnbürste ist empfehlenswert?

Die richtige Baby-Zahnbürste

Das Angebot an Baby-Zahnbürsten ist unübersichtlich, auch weil es verschiedene Ausführungen gibt, die es zu unterscheiden gilt. Grob lässt sich das Angebot an Baby-Zahnbürsten in vier Kategorien einteilen:

Welche dieser Zahnbürsten am besten zu Ihnen und Ihrem Kind passt, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Zahnpflege-Lernset

Baby-Zahnbürste

Im Alter von fünf oder sechs Monaten können Eltern damit beginnen, Ihr Baby an eine Zahnbürste zu gewöhnen, auch wenn noch kein Zahn durchgebrochen ist. Dazu sind spezielle Zahnpflege-Sets für Babys im Handel erhältlich. Diese bestehen in der Regel aus einer Baby-Zahnbürste mit weichen, abgerundeten Borsten sowie einem bürstenähnlichen Stift mit Massagekopf. Die Idee dahinter ist, dass Kleinkinder sich spielerisch an den Fremdkörper in Ihrem Mund gewöhnen können, indem sie es selbst ausprobieren. Vielen Babys hilft diese Brücke, um sich an das allabendliche Zähneputzen zu gewöhnen.
Der letzte Test von Zahnpflege-Sets stammt von der Zeitschrift Öko-Test aus dem Jahr 2013. Damals war das Ergebnis ernüchternd. Nur drei Produkte erhielten das Testergebnis „sehr gut“. Alle anderen waren mangelhaft oder ungenügend. Das Zahnpflege-Lernset von NUK und das Learn To Brush Set von MAM gehörten zu den Testsiegern und sind bis heute in weiterentwickelter Form erhältlich.

NUK – Zahnpflege-Lernset

MAM – Learn To Brush Set

Fingerzahnbürste

Baby-Zahnbürste

Als Vorbereitung auf das regelmäßige Zähneputzen ist eine Fingerzahnbürste praktisch und effektiv. Sie kann gegen das drückende und juckende Gefühl im Kiefer eingesetzt werden, auch wenn noch kein Zahn sichtbar ist. Die Fingerzahnbürste wird einfach auf den Zeigefinger gesteckt. So können Eltern sehr genau auf die Reaktionen Ihres Babys während der Kiefermassage reagieren und den Druck auf das Zahnfleisch feinfühlig anpassen. Die zarten abgerundeten Noppen auf der Fingerzahnbürste wirken durchblutungsfördernd und lindern sowohl den Juckreiz als auch den Druck im Mund des Kindes. Durch eine frühzeitige Anwendung assoziiert Ihr Kind eine Zahnbürste später mit positiven Gefühlen wie Schmerzlinderung und Wohlergehen.

Vorteile einer Fingerzahnbürste

  • Lindert das drückende Gefühl und den Juckreiz im Kiefer
  • Durch die zusätzliche Nähe und den Körperkontakt verbindet Ihr Baby das Zähneputzen mit Wohlbefinden.
  • Die dünne Fingerzahnbürste bewahrt das Tastempfinden des Anwenders. Jede Veränderung an den Kauleisten können Eltern fühlen.
  • Ihr Baby lernt schon früh eine Art von Zahnputz-Ritual und gewöhnt sich an die Zahnpflege.

NUK Fingerzahnbürste

Beißring mit Zahnbürste

Baby-Zahnbürste

Der Beißring mit integrierter Zahnbürste dient dazu Ihr Kleinkind spielerisch an das Zähneputzen heranzuführen. Gerade kleine Babys können die Zahnbürste durch die bauchige Griff-Form mit dem Loch in der Mitte einfach in der Hand halten. Bei guten Produkten sind die Borsten leicht abgerundet und kindgerecht weich. Einige haben Noppen auf der Oberfläche des Griffes und können so das Zahnfleisch stimulieren und den Juckreiz mildern.

Vorteile eines Beißrings mit Zahnbürste

  • Integrierter Beißring mit Noppen stimuliert das Zahnfleisch und mildert die Zahnungsschmerzen
  • Kindgerechter kleiner Bürstenkopf und Griff
  • Sehr weiche Borsten schützen das Zahnfleisch vor Verletzungen
  • Das blaue Borstenfeld zeigt die empfohlene Zahnpasta-Menge an
  • Die erste Zahnbürste im Leben Ihres Kindes
Empfehlung: Die allererste Baby-Zahnbürste, die wir damals für unsere Tochter gekauft haben. Der Bürstenkopf ist schön klein und sehr weich. Es besteht keine Gefahr, dass die Kleinen sich an den Borsten verletzen könnten. Unsere Kinder konnten die kleine Bürste sehr gut halten und hatten Spaß auf dem Griff und den Borsten herumzukauen (auch schon ohne Zähne). Daher empfehle ich diese Baby-Zahnbürste inklusive Beißring für die ersten selbstständigen Zahnputzversuche gerne weiter.

Beißring & Zahnbürste

Hinweis: Wenn die ersten Backenzähne durchkommen, ist eine größere Baby-Zahnbürste die bessere Wahl. Durch die kinderfreundliche Größe der Bürste und die bauchige Form gelangt man nicht so gut in die hintere Mundhöhle.

Kinderzahnbürste

Baby-Zahnbürste

Möchten Sie Ihrem Baby mit einer handelsüblichen Kinderzahnbürste die Zähne putzen, ist das ebenfalls möglich und nicht schlechter als die oben genannten Baby-Zahnbürsten. Die meisten Hersteller unterteilen Ihre Kinderzahnbürsten in bestimmte Altersgruppen. Die Bürsten unterscheiden sich vor allem in der Größe des Bürstenkopfes, der Härte der Borsten sowie in Länge und Durchmesser des Griffs. Achten Sie beim Kauf daher unbedingt auf die Altersangaben auf der Verpackung.

Vorteile Oral B Stages 1


  • Die Zahnbürste wächst mit dem Kind mit
    (Stufe 1 – 4)
  • Stufe 1 (4. – 24. Monat) hat babyweiche aber strapazierfähige Borsten
  • Das Herumkauen halten die strapazierfähgen Borsten lange aus
  • Gepolsterter Bürstenkopf zum Schutz des empfindlichen Zahnfleischs.
  • Der Griff liegt auch bei uns Eltern gut in der Hand
  • Teurer aber auch langlebiger als andere Kinderzahnbürsten

Oral B Stages 1

Oral B Stages 1 - Die erste Baby-Zahnbürste

Hinweis: Beim größten Onlinehändler der Welt werden die Oral B Stages Zahnbürsten, je nach Ausführung, über Händler relativ hochpreisig angeboten. Daher besser günstig über eine Online-Apotheke oder beim Einzelhändler Ihres Vertrauens kaufen. Die UVP beträgt 2,59€. Die Zahnbürste ist aber bei DocMorris* für deutlich weniger Geld zu bekommen.

Zähne putzen mit Fluorid?

Sobald das erste Zähnchen Ihres Babys durchgebrochen ist, sollten die Milchzähne mit einer weichen Babyzahnbürste oder Kinderzahnbürste einmal täglich gesäubert werden. Dazu gibt es spezielle Zahnbürsten und Zahncremes, die den besonderen Anforderungen für Babys gerecht werden. Während der ersten zwei Lebensjahre ist es ausreichend eine hauchdünne Spur Kinderzahnpasta (Fluoridgehalt 500ppm) auf die Zahnbürste aufzutragen. Später, wenn das Milchgebiss vollständig ist, kann eine etwa erbsengroße Menge Zahnpasta verwendet werden. Falls Sie Ihrem Kind Fluoridtabletten geben, benutzen Sie bitte fluoridfreie Zahnpasta.
Versuchen Sie so früh wie möglich Ihr Kind an das Zähneputzen zu gewöhnen. Beginnen können Eltern damit bereits bevor der erste Zahn durchgebrochen ist. Ich beziehe mich in diesem Artikel auf die Empfehlung der zahnärztlichen Fachgesellschaften zur Fluoridversorgung.

Zähne putzen (0-2 Jahre)*
  • Alle Zähne einmal täglich gründlich reinigen
  • Baby-Zahnbürste verwenden (kleiner Bürstenkopf, weiche abgerundete Borsten, rutschfester Griff, der leicht zu greifen ist)
  • Eine dünne Spur Zahnpasta mit Fluoridgehalt 500ppm verwenden
  • Keine Fluoridtabletten in Kombination mit fluoridhaltiger Zahncreme einnehmen
  • Mit neutraler Zahnpasta ohne Fruchtgeschmack putzen
Zähne putzen (ab 2 Jahre)*
  • Alle Zähne zweimal täglich gründlich reinigen (vorzugsweise morgens und abends)
  • Kinder-Zahnbürste verwenden (kleiner Bürstenkopf, weiche abgerundete Borsten, rutschfester Griff, der leicht zu greifen ist)
  • Eine erbsengroße Menge Zahnpasta mit Fluoridgehalt 500ppm verwenden
  • Mit neutraler Zahnpasta ohne Fruchtgeschmack putzen

* Empfehlung der zahnärztlichen Fachgesellschaften

Welche Zahncreme für mein Baby?

Sobald der erste Zahn Ihres Babys durchgebrochen ist, sollten die Milchzähne mit einer weichen Baby-Zahnbürste und einer dünnen Spur Zahncreme einmal täglich geputzt werden. Wenn das zweite Lebensjahr vollendet ist, sollte die Zahncreme zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge aufgetragen werden.
Zum Schutz vor Karies wird von Zahnärzten ein Fluoridgehalt von 500 ppm empfohlen. Falls Ihr Baby Fluoridtabletten einnimmt, sollte die eingesetzte Zahncreme unbedingt fluoridfrei sein.
Eine kinderfreundliche Zahncreme mit Fruchtgeschmack macht das Zähneputzen für Eltern oftmals einfacher. Viele Babys sind nur mühsam zum Zähneputzen zu bewegen und eine leckere Zahncreme kann in so einem Fall Wunder bewirken. Zahnärzte empfehlen jedoch auf Aromen in Zahncremes zu verzichten, weil Babys dadurch schneller verleitet werden die Zahnpasta zu verschlucken.

Spielerisches Zähneputzen

Es gibt kaum eine Entwicklungsphase in der ein Kind sich bereitwillig und gerne die Zähne putzen lässt. Eltern müssen daher kreativ sein, um dem Nachwuchs diesen Vorgang schmackhaft zu machen. Am besten hilft Ablenkung:

  • Singen Sie ein Lied, erzählen Sie Ihrem Kind etwas spannendes oder fragen Sie es, was am heutigen Tag passiert ist (falls bereits möglich)
  • Denken Sie sich Namen für die jeweiligen Zahngruppen aus. Bei uns heißen die großen Backenzähne beispielsweise Bärenzähne und die Schneidezähne sind Entenzähne. Meine Töchter lassen sich dadurch meistens ablenken und finden dieses Spiel lustig.
  • Wenn Ihre Kleinen tagsüber Süßigkeiten gegessen haben, z.B. Gummibärchen, verstecken diese sich hinter den Zähnen und müssen abends mit der Zahnbürste verscheucht werden. Das lässt sich natürlich mit jedem anderen Nahrungsmittel variieren.
  • Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass an einigen Tagen leider keine Ablenkung der Welt funktioniert. Dann fließt auch mal die eine oder andere Träne.

Mit der Zeit sollte die Zahnpflege zu einem morgendlichen sowie abendlichen Ritual werden. Mit Diskussionen und Gegenwehr seitens der kleinen Plagegeister ist aber in jedem Alter zu rechnen. Die Fachschaft der Zahnärzte empfiehlt, Kinder bis zum 8. Lebensjahr beim Bürsten zu kontrollieren und gegebenenfalls nachzuputzen.
Kinder lernen insbesondere durch Nachahmung der Mutter oder des Vaters. Das weiß jeder, der schon einmal dabei ertappt wurde, wie sein eigenes Kind eine eigene lästige Gewohnheit nachgeahmt hat. Aus diesem Grund sollten Eltern darauf achten, dass ihre eigene Zahnpflege sichtbar für Ihr Kind ist.

Trinken aus dem Becher will früh gelernt sein

Das Trinken aus dem offenen Becher will gelernt sein. Eltern können mit Ihren kleinen Kindern üben, sobald diese verschiedene Gegenstände kontrolliert festhalten können. Viele Kleinkinder greifen in dieser Phase nach dem Glas der Eltern oder versuchen deren Bewegungen nachzuahmen. In der Regel ist Ihr Nachwuchs gegen Ende des ersten Lebensjahres soweit, aus einem Becher trinken zu lernen.
Ab jetzt kann die Babyflasche im Schrank bleiben. Das ist definitiv besser für die Zähne Ihres Kindes und schützt vor dem sogenannten Nuckelflaschenkaries!
Geben Sie Ihrem Kind von klein auf an nur Wasser zu trinken. Wenn Sie frühzeitig damit beginnen, wird es auch in Zukunft gerne Wasser trinken und nach nichts anderem verlangen. Zahn- und Kinderärzte empfehlen diese Vorgehensweise. Auch bei meinen Kindern hat das problemlos funktioniert. Immer vorausgesetzt, die Eltern geben ein entsprechend gutes Vorbild ab.
Milch und Säfte sind Sattmacher und nicht als Durstlöscher geeignet. Zum Wohle der noch jungen Milchzähne sollte auf Babyflaschen mit gezuckerten Getränken (z.B. Fruchtsäfte, Limonaden), die viel Säure enthalten, verzichtet werden. Die Säure demineralisiert die Zähne und löst innerhalb kürzester Zeit Karies aus.

Schnuller auf Wiedersehen

Zahnärzten sind Schnuller aller Art ein Dorn im Auge. Demnach können Schnuller und Daumenlutschen erhebliche Schäden im Gebiss verursachen. Vor allem die oberen Schneidezähne sind davon betroffen. Die häufigsten Fehlstellungen, die auftreten können, sind der lutschoffene Biss und der Kreuzbiss. Auch falsches Schlucken, gestörte Lautbildung und undeutliche Aussprache(Lispeln) können die Folge sein. Zahnärzte empfehlen, dass ein Kind ab dem 2. Geburtstag, spätestens aber mit drei Jahren nicht mehr nuckelt.

Zahngesunde Ernährung

Die Zahnpflege Ihres Kindes fängt mit einer guten und ausgewogenen Ernährung an. Milchprodukte eignen sich dazu besonders, weil sie reich an Kalzium sind. Kalzium aus Milchprodukten kann vom Körper besonders leicht verarbeitet werden. Ergänzend können kalziumreiche Lebensmittel wie Brokkoli oder Grünkohl auf den Tisch kommen. Bereits ein Glas Milch und eine Scheibe Käse decken den täglichen Kalziumbedarf eines Kindes im Alter von ein bis drei Jahren.
Sobald ihr Sprössling beginnt an den Familienmahlzeiten teilzunehmen, kann es als Zwischenmahlzeit kleingeschnittenes Obst und rohes Gemüse bekommen. Auch Vollkornbrot und Müsli regen den Speichelfluss im Mund Ihres Kindes an. Durch das intensive Kauen werden schädliche Säuren und Lebensmittelreste aus dem Mundraum entfernt. Die Mineralien im Speichel schützen zudem vor Karies.